MAZ: 2.12.2009



In der Teltower Region sollen Windräder und ein Solarpark entstehen



Die Berliner Stadtgüter GmbH hält an ihrem Plan fest, auf Teltower und Stahnsdorfer Gebiet insgesamt 29 Windräder auf ehemaligen Rieselfeldern zu bauen. „Wir sind aber durchaus kompromissbereit“, sagte Stadtgüter-Chef Peter Hecktor auf Nachfrage. Die Zahl der Anlagen könne reduziert werden, falls dies zu mehr Akzeptanz in der Bevölkerung führe. Auch die Beleuchtung der Windräder werde angepasst, so dass der Windpark „erträglich“ sei.
Hecktor hatte die Pläne am Montagabend auf einer Veranstaltung im Teltower Stubenrauchsaal erläutert. Zahlreiche Bürger waren erschienen und äußerten überwiegend Unmut über das Projekt. „Das Thema Windräder polarisiert“, so Hecktor. Dennoch gebe es keine Alternative zur Erweiterung der regenerativen Energiegewinnung.
Ebenfalls auf den Rieselfeldern südlich des Stahnsdorfer Ortsteils Schenkenhorst soll auf einer Fläche von 50 Hektar ein Solarpark entstehen. „Dafür suchen wir Investoren“, so Hecktor. Interesse angemeldet hat bereits Wolfgang Köhn, Geschäftsführer der Norvegia GmbH und Stadtverordneter in Teltow. „Ein Solarpark bei Schenkenhorst könnte bis zu 17 Megawatt Leistung bringen“, sagte Köhn gestern auf Nachfrage. Denkbar sei eine breite Bürgerbeteiligung in Form von Anteilen am Solarpark. So etwas werde zum Beispiel im mittelmärkischen Dorf Feldheim umgesetzt. Dort sei jede Familie mit 3000 Euro in den Aufbau eines Solarparks eingestiegen. „So ein Modell könnte ich mir auch für die Schenkenhorster Anlage vorstellen.“ Zunächst müsse für das Gebiet aber ein Bebauungsplan beschlossen werden. Frühestens Ende 2010 oder Anfang 2011 könnten die Solarmodule dann errichtet werden.
Die Energieprojekte für Teltow und Stahnsdorf korrespondieren mit Plänen, die derzeit in Berlin diskutiert werden. Politiker haben dort die Neugründung eigener Stadtwerke angeregt. Diese sollen umweltfreundlichen Strom produzieren und auch an Kunden verkaufen. Stadtgüter-Chef Hecktor kann sich gut vorstellen, den durch Wind und Sonne auf den Rieselfeldern erzeugten Strom, auch kommunalen Energieversorgern zu liefern.
Auch in Teltow wird darüber nachgedacht für die Region Stadtwerke zu gründen. Eine Studie, ob dies finanziell machbar ist, sei aber noch nicht in Auftrag gegeben worden, sagte Vize-Bürgermeister Thomas Koriath gestern.
Der Widerstand gegen die geplanten Windräder ist in der Region indes weiterhin groß. „Der Ruhlsdorfer Ortsbeirat hat sich dagegen ausgesprochen“, so Ortsbürgermeister Bernd Längrich (SPD). Auch die Stahnsdorfer Vertretung mit Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) an der Spitze sieht das Projekt kritisch. Zudem steht noch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts aus, ohne das der Bau von Windrädern in diesem Gebiet nicht möglich ist. Denn der Teilplan Wind der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming sieht in der Teltower Region keine Windräder vor. Die Stadtgüter klagen gegen den Teilplan, weil sie formale Mängel erkannt haben wollen.

(Von Jürgen Stich)
MAZ, 2.12.2009

PNN: 4.12.2009
PNN: 28.11.2009: Wind